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 Wie viele Planeten gibt es in der Milchstraße? 

  Ernst Gaulhofer

Weitab jeglicher Lichtverschmutzung in einer klaren Nacht ist der Blick zum Nachthimmel eine atemberaubende Erfahrung.
Man ist von der unglaublichen Zahl sichtbarer Sterne hin und her gerissen!
Wir können aber trotzdem mit freiem Auge nur einen winzigen Teil der Sterne unserer Galaxie  sehen.

Was aber das Erstaunliche ist, ist der Gedanke, dass wohl die Mehrzahl dieser Sterne ihr eigenes Planetensystem haben könnte.
Dies wurde von den Astronomen schon seit einiger Zeit angenommen und durch die vielen Entdeckungen der letzten Zeit auch bestätigt.
Aber wie viele Planeten gibt es tatsächlich da draußen?

Nun, in unserer eigenen Galaxie werden es wohl Milliarden sein …

Anzahl der Planeten pro Stern:

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einige Annahmen machen. Als erstes ist unser Sonnensystem trotz der Entdeckung von tausenden extra-solaren Planeten immer noch das einzige, das wir in Detail studieren konnten.  So kann es sein, dass unseres mehr oder auch viel weniger Planeten besitzt als der Durchschnitt.

Nehmen wir mal an, dass die 8 Planeten unseres Sonnensystems (die Zwergplaneten, Zentauren, KBOs und andere Körper nicht eingerechnet) einen Durchschnitt darstellen.  Als nächsten Schritt multiplizieren wir diese Zahl mit der Anzahl der Sterne der Milchstraße.

Anzahl der Sterne:

Die aktuelle Zahl der Sterne in der Milchstraße ist noch immer umstritten, wodurch die Astronomen gezwungen sind, Annahmen zu machen, da es uns ja unmöglich ist, die Milchstraße von außerhalb zu beobachten. Wir nehmen an, dass sie eine geschlossene Spirale in Scheibenform ist.  Annahmen wie viele Sterne es gibt, führt zur Berechnung der Masse der Galaxie und der Sterne. Die Wissenschaftler nehmen nun an, dass zwischen 100 bis 400 Milliarden Sterne vorhanden sein – einige glauben sogar es sind bis zu einer Billion.

Daraus ergibt sich, dass unsere Milchstraße zwischen 800 Milliarden und 3,2 Billionen oder gar 8 Billionen Planeten besitzen könnte! Wow!

Wie viele von dieser Riesenmenge können als bewohnbar bezeichnet werden?

Bewohnbare Exoplaneten:

Mit 13. Oktober 2016 sind 3397 Exoplaneten aus einer Liste von 4696 Kanditen bestätigt worden. Einige dieser Planeten sind direkt beobachtet worden, der überwältigende Anteil wurde indirekt durch die Transit- oder radiale Umlaufgeschwindigkeit ausfindig gemacht. Bei ersterer wurden sie im Durchgang vor ihrem Mutterstern durch eine winzige Lichtabschwächung des Sterns entdeckt, bei letzterer durch das Schwanken des Sternes durch den Einfluss der Gravität des Planeten.

Die Kepler-Sonde hat 150.000 Sterne während ihrer 4-jährigen Mission beobachtet (hauptsächlich M-Sterne). Diese sind Rote Zwerge mit niedriger Masse und Leuchtkraft und damit schwieriger zu beobachten als z.B. unsere eigene Sonne.
Als Ergebnis einer kürzlichen NASA Ames Research Center-Studie fand Kepler, das ca. 24% der M-Klasse Sterne möglicherweise bewohnbare, bis 1,6 fache-Erdgröße-Planeten besitzen könnten.

Das würde ca. 10 Milliarden erdähnlicher Welten bedeuten!

Seit Nov 2013 wurde der Fokus auf K- und G-Klasse Sterne ähnlich unserer Sonne gelegt. Erste Analysen weisen auf ein Viertel der größeren Sterne auf Erdgrößen-Planeten in der bewohnbaren Zone hin. Da diese beobachteten Sternklassen ca. 70% aller Milchstraßensterne darstellen, kommt man auf zig Milliarden potentieller Kandidaten allein in unserer Milchstraße!

kepler_fig2_0Grafik mit der Entdeckung von Exoplaneten pro Jahr

Quelle: NASA Ames/W. Stenzel, Princeton/T. Morton

In den nächsten Jahren werden neue Missionen wie z.B. das James Webb Telescope und der Transmitting Exoplanet Survey Satellit gestartet um kleinere Planeten, die um lichtschwächere Sterne kreisen, zu finden – vielleicht sogar Anzeichen von Leben.

Diese vorläufigen Zahlen sind doch sehr aufregend und zeigen, dass die Chancen für außerirdisches Leben oder gar Intelligenz gar nicht so schlecht sind! 

Vor 70.000 Jahren flog ein Stern durch unser Sonnensystem !

Quelle: Tim Reyeson February 18, 2015

                       

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Zu der Zeit, als der moderne Mensch sich gerade aus seinem Schatten erhob, der Neandertaler am Verschwinden war, hat ein Doppelstern-System (!) die Außenbereiche unseres Sonnensystems durchquert (Credit: Michael Osadciw/University of Rochester).

Astronomen haben nun die Entdeckung dieses Sternensystems gemeldet.  Der “stellare” Vorbeiflug war wahrscheinlich nahe genug um die Umlaufbahnen der Kometen in der äußeren Oort’schen Wolke beeinflusst zu haben – allerdings stellte diese Begegnung keine Gefahr für die damals lebenden Menschen (Neandertaler und Cro Magnons) dar. Astronomen beginnen nun nach mehr Sternen wie diesen Ausschau zu halten.

Eric Mamajek von der University of Rochester und seine Mitarbeiter veröffentlichten im Report The Closest Known Flyby Of A Star To The Solar System (published in Astrophysical  Journal on February 12, 2015), dass “der Vorbeiflug dieses Systems wahrscheinlich nur vernachlässigbaren Einfluss auf die Bahnen der langperiodischen Kometen hatte, die kürzliche Entdeckung dieses Doppelsternsystems aber darauf hinweise, dass weitere “Störungsfriede“ unter den umliegenden Sternen lauern könnten.”

Der Stern, Scholz’s Stern genannt, näherte sich bis auf 0,5 Lichtjahre der Sonne. Zum Vergleich ist die derzeitig nächste Sonne Proxima Centauri etwa 4,2 Lichtjahre entfernt.

Scholzs-and-the-OortCloudWährend das Internet voll von Geschichten und Theorien über einen „Nemesis-Stern“ ist, der sich unserer Sonne nähert und angeblich „von der NASA versteckt wird“, ist dieser Rote Zwerg mit seinem Begleiter ein reales Faktum.

1984 haben die Paläontologen David Raup und Jack Sepkoski behauptet, dass sich ein schwacher Zwergstern, nun im Internet allgemein bekannt als der Nemesis-Stern, in einem langperiodischen solaren Orbit befindet. Der elliptische Orbit brächte den vermeintlichen Stern alle 26 Millionen Jahre ins innere Sonnensystem und würde einen Kometenschauer riesigen Ausmaßes und damit Massenaussterben mit sich bringen. Aufgrund der ungeheuren Zahl an Roten Zwergen in der Galaxie passt Scholz’s Stern sogar fast perfekt in dieses Szenario. Neueste Studien bzgl. eines Einflusses an Erde, Mond und Mars haben aber die Existenz des vermeintlichen Nemesis-Sterns ausgeschlossen. (New Impact Rate Count Lays Nemesis Theory to Rest, Universe Today, 8/1/2011)

Aber Scholz’s Stern — ein wirklich existierender Störer der  Oort’schen Wolke — ist ein kleiner Roter Zwerg der M9-Spektral-Klasse.  M-Klasse Sterne sind die häufigste Sternform in unserer Galaxie und wahrscheinlich im ganzen Universum, geschätzte 75% aller Sterne sind dieses Typs. Scholz’s Stern hat gerade mal 15% der Masse unserer Sonne. Des Weiteren ist er ein Doppelstern-System mit einem Begleiter als T5-Klasse Braunen Zwerg. Man nimmt an, dass Braune Zwerge äußerst häufig im Universum existieren, aber wegen ihrer sehr, sehr geringen Helligkeit äußerst schwer zu  detektieren sind … außer, wie in diesem Fall, als Begleiter hellerer Sterne.

Es konnte nachgewiesen werden, dass  Scholz’s, Stern sich geradewegs von uns weg bewegt (Zusammenarbeit zweier Großteleskopen und Spektrographen auf der Südhalbkugel – Southern African Large Telescope (SALT) und Magellan telescope at Las Campanas Observatory, Chile).
Scholz’s Stern ist ein aktiver Stern und die Forscher meinen, dass er bei der größten Annäherung etwa 11. Magnitude erreicht haben könnte.

Zurzeit ist Scholz’s Stern 20 Lichtjahre entfernt und einer der 70 nächsten Sterne unseres Sonnensystems.  Berechnungen mit 98% Wahrscheinlichkeit zeigen, dass er damals in ca.  0,5 Lichtjahren die Sonne passiert hat. Diese Gegend entspricht etwa der äußeren Oort’schen Wolke mit Milliarden von Kometen darin.

Das Large Synoptic Survey Telescope (LSST) und andere Teleskope werden im nächsten Jahrzehnt eine unglaubliche Datenflut erzeugen und weitere Rote und Braune Zwerge sowie sogenannte “Waisenplaneten” in der Nähe der Sonne aufspüren. Einige davon können vielleicht in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft verfolgt werden, ob sie ebenfalls dem Sonnensystem nahe gekommen sind bzw. es noch werden.

Das Universum ist äußerst dynamisch und wird noch viele Überraschungen für uns bereit halten.

Supernova in M 82 (ca. 10,5m)

Das Entdeckungsbild der Supernova 2014J in Messier 82, 350mm-Spiegel Trainingssternwarte University of London Mill Hill. [UCL/University of London Observatory/Steve Fossey/Ben Cooke/Guy Pollack/Matthew Wilde/Thomas Wright]
Aufsuchkarte für M82. [F. Gasparini]

Was ist das Besondere an dieser Supernova?

Es ist die der Erde nächste Supernova seit mind. 21 Jahren und die erdnächste des Typs Ia überhaupt, die im Ausbruch beobachtet und dabei als solche erkannt wurde: SN 2014J in der Galaxie M82 im Sternbild Großer Bär in 11,4 Mio. Lj .
Anfang Februar erreichte sie eine visuelle Helligkeit von ca. 10,5m – war also schon in guten Feldstechern zu sehen!
Die Geschichte ihrer Entdeckung ist diesmal weniger interessant als diejenige ihrer Nicht-Entdeckung: Die ersten Photonen der Sternexplosion erreichten die Erde bereits am 14. Januar, und die Supernova wurde rasch heller, doch niemand bemerkte sie. Professionellen automatischen Such­programmen ging sie zwar prompt ins Netz, wurde aber wegen ihrer Helligkeit als vermeintliches Vordergrundobjekt in der Milchstraße aussortiert! Alle Amateurastronomen, die Aufnahmen von M 82 machten, übersahen den hellen Stern. Besonders peinlich: Während einer Online-»Starparty« in der Nacht 19./20. Januar war die Supernova auf dem Livebild schon sehr deutlich zu sehen, fiel aber keinem der Moderatoren – oder Zuschauer – als etwas Ungewöhnliches auf.

Entdeckt wurde sie erst am Abend des 21. Januar: von einem britischen Dozenten und seinen Studenten, die – unter schlechten Bedingungen – einige Aufnahmen der Galaxie an der Sternwarte der University of London in einem nördlichen Außenbezirk der Stadt gemacht hatten. Bereits am Morgen des nächsten Tags konnte die Supernova durch Spektren dem Typ Ia zugeordnet werden: Folgt sie einer typischen Lichtkurve dieser Sternexplosionen, dann sollte sie in der kommenden Woche mit rund 10m ihr Maximum erreichen. Der volle Glanz einer Typ-Ia-Supernova – bei der ein thermonuklear detonierender Weißer Zwerg sogar heller als ein explodierender Riesenstern in einer Typ-II-Supernova wird – bleibt ihr freilich verwehrt, da der in der Starburst-Galaxie reichlich vorhandene Staub einiges ihres Lichts schluckt. Letzteres macht sie wiederum wissenschaftlich besonders interessant, denn dieser Prozess, der den Nutzen von Typ-Ia-Supernovae als kosmologische Standardkerzen beeinträchtigt, lässt sich nun besonders gut studieren.

Auch im Februar ist die Supernova noch gut zu beobachten, obwohl sie nun langsam schwächer wird.

Falls der Schneefall aufhört und der Himmel aufklart, ist das wohl ein Pflichttermin!

ACHTUNG! Die Beobachtung am Dobratsch ist wegen Schlechtwetter abgesagt! (cb)

Am Freitag, den 15.02.2013, erwartet uns ein seltenes Himmelsschauspiel. Wir werden Zeuge wie ein 50 m großer Gesteinsbrocken (Asteroid 2012 DA14) aus dem All in knappen 28.000 km Entfernung an der Erdoberfläche vorbeirast. Und das mit knapp 280.000 km/h, also rund 280mal schneller als ein Düsenjäger. Mit etwas Wetterglück können wir dieses Ereignis von Mitteleuropa aus beobachten.

Details zum Vorbeiflug

Der Asteroid bewegt sich auf einer ähnlichen Umlaufbahn wie die Erde. Deshalb gibt es immer wieder Annäherungen mit 2012 DA14, um genau zu sein kommt er auf seinem Weg um die Sonne auch zwei mal bei der Erde vorbei. Allerdings selten so nahe wie am 15. Februar 2013. Der nächste “nahe” Vorbeiflug ist am 16. Februar 2046 bei einem Abstand von “nur” rund 1 Million Kilometern.
Man berechnete den geringsten Abstand für Freitag 20:24 Uhr MEZ (plus/minus 2 Minuten). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Himmelskörper 27.650 km über dem östlichen indischen Ozean. Der Orbit geostationärer Satelliten (Fernseh- und Kommunikationssatelliten zum Beispiel) befindet sich bei rund 35.800 km Höhe (auf dieser Höhe bewegen sich die Satelliten relativ zur Erdoberfläche nicht). Trotzdem dürfte es auch für Satelliten keine Gefahr geben, da die Flugbahn mehr oder weniger zwischen den Orbits der geostationären und der erdnahen Satelliten hindurch geht. Für die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS besteht auch keine Gefahr, ihr Orbit liegt unter 500 km Höhe, also weit vom Asteroiden entfernt.

2012 DA14 NASA Orbit

Blick vom Nordpol auf die Erde. (Quelle: NASA)

2012 DA14 Seitenansicht Orbit

Blick von der Seite (Nordpol oben, Südpol unten) Die grüne Linie ist faktisch parallel zum Äquator. (Quelle: NASA)


Wissenschaftler freuen sich!

Es ist ein äußerst seltenes Ereignis, dass ein Asteroid so nahe bei uns vorbeischaut. Somit haben Wissenschaftler die Chance, 2012 DA14 von der Erde aus unter die Lupe zu nehmen. Wissenschaftler hoffen durch die Beobachtung aus etlichen erdgebundenen Observatorien auf Informationen die Aufschluss zur Zusammensetzung und zum Rotationsverhalten des Objektes liefern. Da der Asteroid doch sehr klein ist, wird man aber auch bei dieser “nahen” Entfernung kaum etwas über Oberflächendetails erfahren können.

Was passiert bei einem Einschlag?

Ein Einschlag von DA14 kann ausgeschlossen werden, da man seine Flugbahn mit ausreichender Genauigkeit vorhersagen kann.
Wenn allerdings ein Objekt dieser Größe auf der Erde einschlagen würde, hätte es eine Sprengkraft von 2.5 Megatonnen TNT (rund 200 Hiroshima-Bomben). Regional wäre das eine Katastrophe, die vergleichbar mit dem Tunguska-Ereignis in Sibiren 1908 wäre (hier wurden 1200 km² Wald dem Erdboden gleich gemacht). Global hätte es keine weit reichenden Folgen.

Wie kann ich den Vorbeiflug beobachten?

Der Vorbeiflug ist von Mitteleuropa aus beobachtbar. Da 2012 DA14 so klein ist, wird er auch nicht besonders hell und ist somit erst mit einem Fernglas beobachtbar. Wegen der geringen Entfernung hängt die Position vom Beobachtungsort ab und muss somit für diesen berechnet werden. Ganz praktisch ist dazu http://www.heavens-above.com oder http://www.calsky.com/. Oberflächendetails bleiben auch im Fernrohr unsichtbar. Man sieht ein weißes Pünktchen, das durchs Gesichtsfeld wandert.
Die Sichtbarkeit beginnt gegen ca. 21:00 Uhr.  Ab diesem Zeitpunkt rast 2012 DA14 mit einer Geschwindigkeit von einem Monddurchmesser pro Minute durch die Sternbilder. Deshalb ist dem Laien ein Sternwartenbesuch zu empfehlen.
Wir werden bei Schönwetter am Parkplatz Roßtratten am Dobratsch bei Villach (Google Maps) mit Fernrohren vertreten sein (letzter Parkplatz der Villacher Alpenstraße). Besucher sind herzlich willkommen.
ACHTUNG! Die Beobachtung am Dobratsch ist wegen Schlechtwetter abgesagt! (cb)

Für Beobachter in Österreich wird 2012 DA14 ziemlich genau im Osten aufgehen und gegen 21:00 Uhr bei einer Helligkeit von 7,8 m am hintere Ende des Sternbildes Löwen vorbeiwandern (bzw. vom Sternbild Jungfrau in das Sternbild Coma Berenices). Er bewegt sich dann weiter in das Sternbild Großer Bär (Großer Wagen) und passiert gegen 22:30 Uhr die Deichsel des Großen Wagens bei einer Helligkeit von nun 8,3 m.  Bis 01:00 Uhr wandert er grob in die Richtung des Polarsterns und verliert bis dahin im Halbstundentakt ungefähr 0,5 m. Für typische Ferngläser mit 50 mm Öffnung wird es schon ab 22:30 Uhr schwierig. Um 01:00 Uhr ist er mit einer Helligkeit von 11,6 m  erst in Fernrohren ab 120 mm Öffnung sichtbar.

Daten berechnet mit http://www.heavens-above.com (berechnet am 09.02. 2013 18:00 Uhr) für Dobratsch bei Villach:

Uhrzeit Abstand (km) Helligkeit Höhe Rektaszension Deklination Sternbild
21:00:00 35 141 7.7 14.0° 12h 15m 13° 35′ Coma Berenices
21:30:00 40 097 8.2 31.2° 12h 20m 33° 5′ Coma Berenices
22:00:00 47 869 8.9 42.8° 12h 26m 47° 11′ Canes Venatici
22:30:00 57 240 9.5 49.7° 12h 32m 56° 58′ Ursa Major
23:00:00 67 487 10.0 53.6° 12h 38m 63° 51′ Draco
23:30:00 78 224 10.5 55.5° 12h 45m 68° 51′ Draco
00:00:00 89 245 10.9 56.2° 12h 51m 72° 35′ Draco
00:30:00 100 435 11.2 56.2° 12h 58m 75° 27′ Draco
01:00:00 111 728 11.5 55.8° 13h 6m 77° 42′ Camelopardalis

 

2012 DA14 Bahn Dobratsch Kärnten

Die berechnete Bahn gilt für den Beobachtungsstandort Dobratsch. (Quelle: heavens-above.com)

 

Clear Skies und viel Spaß beim Beobachten!

Ja, richtig gelesen – 1550″!
So mancher Fernrohrbesitzer ist schon vom sogenannten „Öffnungsfieber“ gepackt worden und hat sich einen richtig großen Dobson gewünscht. Nun, vor einigen Monaten, genau im Juni 2012 fiel bei der ESO der Startschuss für ein gigantisches Projekt, das jeden Hobby-Astronomen sprachlos machen würde:  Das europäische Großteleskop „E-ELT“ (European Extremely Large Telescope) wird mit  einem 39,3 Meter großen Hauptspiegel das größte erdgebundene Teleskop im optischen Wellenlängenbereich werden.

Das entspricht einer Fläche von 978 Quadratmetern bestehend aus ca. 1000 sechseckigen Segmenten (jeweils 1,4 m breit und nur 5cm dick). Das derzeit größte Teleskop verfügt „nur“ über einen 10-Meter-Spiegel. Das E-ELT kann damit mehr Licht einfangen als alle derzeitigen 8-10m Teleskope zusammen, 8 Millionen mal mehr Licht als Galilei´s Teleskop, 100 Millionen mal mehr als das menschliche Auge. Wiegen wird die Hauptkonstruktion etwa 2,8 Millionen Tonnen!

Bestückt wird das E-ELT mit mehreren Kameras und auch Spektrographen, beide Komponenten können binnen weniger Minuten hin- und hergeschaltet werden. Auch die Schwenk-Mechanik ist so ausgelegt, dass in kürzester Zeit von einem Beobachtungsziel auf ein anderes geschwenkt werden kann um möglichst rasch auf aktuelle astronomische Ereignis reagieren zu können.

Noch heuer soll mit dem Bau begonnen werden um den regulären Betrieb im Oktober 2022 aufnehmen zu können – 10 Jahre Bauzeit bis zum „First-Light“ – um dann mind. 30 Jahre im Einsatz zu bleiben.

Was sind nun die Aufgaben eines solchen „Lichtsammelgiganten“?

Einerseits wird damit die Suche nach besonders massearmen Exoplaneten, also nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, erst machbar. Das europäische Großteleskop soll Exoplaneten sowohl indirekt nachweisen, z.B. durch Positionsänderungen eines Sterns aufgrund eines oder mehrerer ihn umkreisender Planeten, als auch direkte Aufnahmen von Exoplaneten anfertigen.
Weiters soll eine Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphären solcher Exoplaneten ermöglicht werden. Damit kann dann eine Reihe spannender Fragen geklärt werden, z.B. wie häufig Gesteinsplaneten in der habitablen Zone anzufinden sind und ob sie der Erde ähneln. Das E-ELT soll ebenfalls untersuchen, wie Planetensysteme entstehen und sich entwickeln, indem es protoplanetare Scheiben untersucht und vor allem Wasser und organische Moleküle ausfindig macht.

In einer weiteren Aufgaben können Supernova-Explosionen mittels Infrarotspektroskopie erkundet werden.

Die entferntesten und damit ältesten Objekte im beobachtbaren Universum stehen ebenfalls im Blickpunkt des E-ELT. Es soll unter anderem die Frage beantwortet werden, wie im jungen Universum Galaxien enstanden sind und welche Faktoren eine Rolle bei ihrer Entwicklung spielen. So kann auch festgestellt werden, ob und inwiefern sich die ältesten Galaxien von den heutigen unterscheiden. Auch die komplexen Wechselwirkungen zwischen Galaxien und dem intergalaktischen Medium soll erforscht werden.

Auch Schwarze Löcher stehen ganz oben auf dem Beobachtungplan des Teleskops um damit Gravitationstheorien wie auch die Allgemeine Relativitätstheorie zu überprüfen. Vielleicht lässt sich damit die Frage nach der Existenz von „mittelgroßen“ schwarzen Löchern mit einer Masse von 100-10.000 Sonnenmassen klären wie bislang nur vermutet.

Ein weiteres bedeutendes Anwendungsgebiet besteht in der direkten Messung der Expansion des Universums. Damit kann die Evolution des Universums besser nachvollzogen werden. Die gewonnenen Daten dürften auf theoretische Modelle wie die Inflation nach dem Urknall und die Dunkle Energie Auswirkungen zeigen.

Zudem wird das Teleskop untersuchen, ob fundamentale physikalische Konstante wirklich konstant sind oder sich im Laufe der Zeit ändern was natürlich von revolutionärer Tragweite sein kann. Last, but not Least, wird auch die Theorie der kosmischen Strings einer Überprüfung unterzogen.

Wo gibt es einen geeigneten Himmel um so ein Großteleskop nutzen zu können?

Nach einem Ausschreibungs-Wettbewerb hat man sich vor 2 Jahren für den 3060 Meter hohen Berg Cerro-Armazones in der Atacama-Wüste, Chile, aufgrund der hervorragenden Qualität für Himmelsbeobachtungen und der Möglichkeit der Zusammenarbeit des E-ELT mit der bereits bestehenden Infrastruktur des Very Large Telescope des ESO am nur 20 km entfernten Cerro-Paranal, entschieden.
Durchschnittlich sind in diesem Gebiet ca. 320 Nächte pro Jahr sternenklar! Davon kann der Hobbyastronom im meist trüben und lichtverschmutzten Mitteleuropa nur träumen.

Was kostet nun so ein gigantisches Projekt?

Das E-ELT wird zum Komplex des La Silla Paranal Observatoriums gehören und es ist ein  Budget von
1,083 Milliarden Euro
zur Verfügung gestellt worden. Aus dem grundlegenden Entwurf 2006 erfolgten 2007 und 2010 weitere elf Design-Studien, wobei aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen (einfachere Konstruktion, schnellere Errichtung, Windlast, Sicherheitsmaßnahmen bei Erdbeben usw.) der Spiegeldurchmesser von ursprünglich 42 Meter auf 39 Meter verkleinert worden war.

Anbei noch einige Darstellungen wie das E-ELT am Ende aussehen wird:

E-ELT Hauptkomplex

 

 

 

 

 

 

 

Spiegel-Attrappe zur Verdeutlichung der Größe

 

 

 

 

 

 

E-ELT im Vergleich zu einem Airbus340

Heute am 31.8.2012 ist Vollmond – allerdings ein ganz besonderer, nämlich ein sogenannter
Blue Moon (engl. „blauer Mond“).
Diese im englischen Sprachraum beliebte Definition bezeichnet einen zweiten Vollmond innerhalb eines Monats.  In älteren astronomischen Schriften wurde damit der dritte Vollmond innerhalb einer Jahreszeit mit vier Vollmonden bezeichnet.
Da dies sehr selten vorkommt, spricht der Engländer umgangssprachlich von „once in a blue moon“ wenn er „so alle heiligen Zeiten“ meint.

ABER, kann der Mond tatsächlich BLAU sein?
Wohl kaum – aber woher kommt diese seltsame Bezeichnung?
Sie entstand Anfang des 19. Jahrhunderts, der genaue Ursprung dieser Bezeichnung bleibt aber im Dunklen.

Ein BLUE MOON passiert 41-mal in 100 Jahren, also ca. alle 2,5 Jahre und natürlich am häufigsten in den Monaten mit 31 Kalendertagen.
Andererseits kann es vorkommen, dass im Februar überhaupt kein Vollmond vorkommt*), wie z.B. 1999, 2018 und 2037 (in einem solchen Jahr findet aber daher ein „Blue Moon“ sowohl im Jänner als auch im März statt).
Noch seltener (nur alle 19 Jahre), aber erst kürzlich passiert, ist ein Blue Moon in der Silvesternacht wie am 31. Dezember 2009. Als Draufgabe gab es damals auch noch eine partielle Mondfinsternis.

*) Der Zyklus von Vollmond zu Vollmond dauert 29 Tage, 12 Stunden und 43 Minuten

Der „Blaumond“ kommt übrigens auch in der Schlümpfe-Verfilmung des Jahres 2011 vor. Dort werden ihm magische Kräfte nachgesagt, die den Schlümpfen helfen sollen, wieder in ihre eigene Welt zurückzukehren.

Blue Moon

Wann gibt es einen „Blue Moon“?

Leider regnet es heute in ganz Österreich, wir müssen also bis 31. Juli 2015 warten, bis wieder ein „blauer Mond“ erscheint …

Planet Mars, wo am 6. August der Auto große Marsrover „Curiosity“ spektakulär gelandet ist, scheint in den nächsten Tagen „Flügel“ verliehen zu bekommen! Im August gibt es heuer ein nettes Naturschauspiel am Abendhimmel im Westen zu beobachten. Mars, Saturn und Spica (der Hauptstern im Sternbild Jungfrau) bilden momentan ein schönes gleichseitiges Dreieck.

Mars – Saturn – Spica Anfang August 2012

ABER, in den nächsten Tagen gibt Mars von rechts kommend auf der „Planeteninnenbahn“ mächtig Gas und zieht zwischen Saturn und Spica durch, sodass die Drei am 14. August genau in einer Linie stehen!.

Mars – Saturn – Spica Mitte August 2012

… um eine Woche später wieder ein schönes Dreieck zu bilden – diesmal steht Mars dann aber links.

Mars -Saturn – Spica gegen Ende August 2012

Es ist nun die Zeit, wo die Sonne für den Astronomen nicht und nicht untergehen will. Und ist sie endlich weg, bleibt es noch lange halb-hell. Trotzdem gibt es viele lohnende Objekte, die man u.U. schon kurzärmelig (summte da nicht gerade eine Gelse?) vor die Linse bzw. Spiegel bekommen kann.

Merkur beglückt uns Mitte bis Ende Juni mit einer Abendsichtbarkeit mit freiem Auge – im Fernrohr ist die Merkuscheibe, sofern die Luftunruhe es tief am Horizont zulässt, schön bauchig.

Merkur im Juni 2012

 

   Merkur am Abendhimmel
   [interstellarum, Frank Gasparini]

 

 

 

 

 

 

Venus ist vom Abendhimmel verschwunden, taucht (nach dem kürzlichen spektakulären Venustransit am 6.6.) erst Anfang August als „Morgenstern“ wieder auf.

Auch Mars unterm Löwen steht in der Abenddämmerung schon weit westlich und wandert im Laufe des Sommers sichtbar in die Jungfrau.

Jupiter – ja wo ist Jupiter? Nun, er steht nahe der Sonne am Taghimmel, zeigt sich aber ab Ende Juni für Frühaufsteher wieder am Morgenhimmel.

Saturn bleibt nach wie vor der „Star“ am Himmel. Er bildet mit Spica im Sternbild Jungfrau ein leicht aufzufindendes Pärchen genau im Süden (ca. 22 Uhr).

Uranus (im Wassermann) und Neptun (in den Fischen) sind was für die „Ausdauernden“ – denn die beste Zeit ist um 3 Uhr morgens um sie derzeit aufzuspüren.

In den klassischen Sommersternbildern Skorpion, Schütze, Schlangenträger und Adler gibt es jede Menge sehr lohnender Objekte, die auch schon in kleinen Teleskopen Spaß machen. Und hoch oben etwas östlich leuchtet die Wega im Sternbild Leier. Der versierte Beobachter weiß, nun ist die Topzeit den Ringnebel M57 anzuvisieren.

Damit nicht genug, fliegt die internationale Raumstation ISS in den nächsten Tagen wieder gut sichtbar über uns – Details wie immer auf www.heavensabove.com. Und manchmal kann man auch die chinesische (unbemannte) Station TiangGong im Süden ihre Bahn ziehen sehen.

Um Satelliten, Raumstationen, Iridium Flares bequem aufzufinden, verwende ich das kostenlose App „SatTrack“
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.heavensabove&hl=de
(oder direkt am Handy vom AppStore runterladen)
auf meinem Android-Handy, das mich verlässlich aufmerksam macht, wenn am Himmel wieder mal „viel Verkehr“ herrscht. Für’s iPhone gibt es da sicher auch was …

Sat Track

„Was für eine Frage?“ mag sich da so mancher denken – das ist doch „sonnenklar“: Die Sonne ist mit 1,390.000km Durchmesser doch glatt 400x größer als unser Mond mit bloß 3475km! Allerdings ist die Sonne (ca. 150Mio km) etwa 400x so weit entfernt als der Mond (im Schnitt 380.000km), was zu ganz interessanten Effekten führt.

Beide erscheinen am Himmel von der Erde aus gesehen praktisch gleich groß!

Also ist die Frage doch nicht so einfach zu beantworten? Betrachtet man den Mond und die Sonne weiterlesen…

Der Frühling bereitet dem Hobby-Astronomen viel Freude. Obwohl die Tage nun schnell länger werden und das Beobachten erst um einiges später möglich ist, gibt es auch nicht zu verachtende Vorteile. Vorbei ist die Zeit, wo wir dick eingepackt und leicht frierend ins Okular geschaut haben und uns mit anlaufenden Linsen und nicht genügend ausgekühlten Spiegeln plagen mussten. Endlich hüllen sich Hecken und Bäume wieder in dichtes Grün und sorgen für etwas Milderung der städtischen „Lichtverschmutzung“ auf meiner Terrasse.  Für mich beginnt ein Beobachtungsabend trotzdem schon kurz nach Sonnenuntergang, denn Venus, Mars und Saturn können auch schon in der Dämmerung ausgezeichnet beobachtet werden.

Noch immer erscheint Venus weiterlesen…